Kirchgemeindeversammlung vom 07.11.2021

 

Dass sich die finanzielle Situation der Kirche Jahr für Jahr verschärft, ist nicht neu. Dass sich aber die Kirchenaustritte, trotz aller Anstrengungen offenbar nicht aufhalten lassen, weist in eine unsichere Zukunft und lässt Fragen aufkommen. Die Beschlüsse der Versammlung unterstehen dem fakultativen Referendum und werden in der nächsten Ausgabe des Wynentalers separat aufgeführt.

 

(eh) – Heinz Brauchart verglich den Mitgliederschwund der Landeskirche mit dem Wegschmelzen der Gletscher in unseren Alpen. Beides scheint nicht aufzuhalten sein. Nebst den öffentlichen Aktivitäten und der bunten Vielfalt für alle Generationen findet kirchliches Leben auch im Stillen und Verborgenen quasi „nebenbei“ statt. Dass die Mitgliedschaft auch ein Ausdruck von Solidarität und sozialer Verbundenheit sei und dem Wohl der Allgemeinheit diene, komme nur den Wenigsten in den Sinn. Manche Leute treten aus der Kirche aus, weil sie mit Gott oder seinem Bodenpersonal unzufrieden sind. Andere verabschieden sich, weil sie nicht finden, was sie suchen oder gar nicht erst auf die Idee kommen, etwas zu suchen. Manche treten aus, weil ihnen der Mitgliederbeitrag zu hoch ist – die allermeisten aber gehen, weil ihnen der Bezug fehlt und sie mit Gott nichts am Hut haben. So die bewegenden Worte des Pfarrers!

 

Die Traktanden der anschliessenden Kirchgemeindeversammlung boten keine Diskussionspunkte und konnten alle zügig und ohne Gegenstimmen verabschiedet werden. Achtundzwanzig Mitglieder hatten sich an diesem Sonntagvormittag im Saal eingefunden. Und dies obwohl es, aus pandemischen Gründen, keinen Apero und kein Kirchenkaffee gab. Der Finanzverantwortliche Marc Hess präsentierte das Budget 2022 mit einem Aufwandüberschuss von neuntausenddreihundert Franken. Als grössere Kostenpunkte erwähnte er nötige Renovationen des Pfarrhauses, die Gesamterneuerungswahl und die Steuerreduktion durch die bereits erwähnten Kirchenaustritte.

Daneben gab es aber auch Erfreuliches zu berichten. Präsident Kurt Hirt berichtete über die positive Entwicklung des Förderkontos und vom lebendigen Kirchenleben, welches mit 3G wieder erwacht ist. Die Anlässe für die GenerationPlus, den Kirchenbazar, die Firobe-Chile und das Bistro Chilerain, usw. Das Bistro, welches jeden Dienstag von morgens neun Uhr geöffnet ist, biete noch Platz für ein paar Gäste, die zu Kaffee, zum Mittagessen oder einfach zum Plaudern oder Spielen kommen möchten. Die Aktivitäten immer am 13., welche zusammen mit den beiden Kirchgemeinden Beinwil am See und Birrwil ins Leben gerufen wurden, fanden bisher noch nicht richtig Anklang. Es brauche eben alles seine Zeit, meinte der Kirchenpräsident. Sozialdiakonin Rahel Fritschi informierte anschliessend über ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die regelmässigen überregionalen Jugendgottesdienste, der Jugendtreff und die Kinderspieltage finden grossen Anklang, wie auch das Konflager, welches zusammen mit einigen Trainees der letzten Konfirmandenjahre, in Frankreich durchgeführt worden war. „Wir können säen und giessen – das Wachsen wird geschenkt“. So das Fazit zu ihrer Arbeit.

 

Kurt Hirt konnte zwei Ehrungen vornehmen. Monika Hediger arbeitet seit zwanzig Jahren als Kirchensigristin in Gontenschwil. Sie erhielt, nebst dem Applaus, einen grossen Blumenstrauss und ein etwas dickeres Couvert. Walter Schaad wurde als Synodaler und Stiftungratsmitglied im Alterszentrum Mittleres Wynental geehrt und verabschiedet. Am Ende der Veranstaltung bedankte sich der Kirchenpflegepräsident bei den gegen hundert freiwilligen Mitarbeitern, welche sich unter anderem im Fahrdienst, im Kirchenkaffee, in den Hauskreisen, in der GenerationPlus und im Fiire mit de Chliine, usw. einsetzen. Gesucht werden momentan neue Helfer im Fahrdienst sowie ein zusätzliches Kirchenpflegemitglied. Interessierte dürfen sich gerne bei einem Kirchenpflegemitglied oder auf dem Sekretariat melden.