Rote Zahlen an der Kirchgemeindeversammlung

Kurt Hirt konnte, nebst den Behörden beider politischen Gemeinde, siebenunddreissig Stimmberechtigte und ein paar Gäste begrüssen. Heinz Brauchart stimmte auf humorvolle und gleichzeitig besinnliche Art eine Kolumne über "alte Schachteln" aus seinem Buch auf die Versammlung ein.

Zügig ging es dann durch die verschiedenen Traktanden, welche unter den Anwesenden kaum Diskussionsstoff oder offene Fragen hervorriefen. Mitgliederschwund und Kirchenaustritte von 1.5 Prozent beschäftigen die Verantwortlichen der Kirchgemeinde. Gebäudeunterhalt und die neue Kirchenmauer fordern ebenfalls ihren Teil. So bleibt eine unausgeglichene Rechnung mit rund Fr. 96'000.00 Aufwandüberschuss. Markus Müller, mit der Rechnungsprüfungskommission im Rücken, bestätigte die Zahlen und erläutert aus seiner Sicht die Jahresrechnung, welche nachvollziehbar und begründbar sei.

Die Wahl des neuen Pfarrers, Heinz Brauchart, konnte zügig durchgeführt werden. Er wurde einstimmig gewählt. Er erläuterte anschliessend ein neues Projekt, das zusammen mit der Kirchgemeinde Beinwil am See zustande kommen wird. "De 13" bedeutet, dass ab nächstem Jahr jeweils am dreizehnten des Monats in einer der beteiligten Gemeinden ein Anlass stattfinden wird. Darunter fallen Konzerte, Vorträge mit prominenten Gästen, Fondueessen, Nachtwanderungen und Spielnachmittage, usw.

Zu den Projekten der Kirche gehört ein Konzept über Freiwilligenarbeit, welches Heinz Brauchart mit Rahel Fritschi zusammen erarbeitet. Das Bistro Chilerain ist nach dem Lockdown wieder gut gestartet und ist jeden Dienstag zu einem beliebten Treffpunkt für Mittagessen, Gespräche und Zusammensein geworden. Seit einiger Zeit ist die Kirche Gontenschwil jeden Tag von 08.00 - 20.00 Uhr abends geöffnet. Dank der grosszügigen finanziellen Unterstützung der Brocki Gontenschwil konnte ein automatischer Schliessmechanismus installiert werden, was es nun für alle möglich macht, die Kirche tagsüber zu besuchen. Dafür werden im Kirchlein Zetzwil nur noch vier Gottesdienste pro Jahr angeboten. Eine weitere Sparmassnahme bietet der Entscheid, eine Partnergemeinde für Gottesdienste zu finden, die Firobe-Chile, wie auch die Lobpreisabende als vollwertige Gottesdienste im Jahresplan zu integrieren. Um die neuen Projekte zu unterstützen und die Kirchenarbeit weiterhin gewähren zu können, wurde ein Förderkonto eingerichtet. Am Sonntag wird im Kirchenkaffee ein Kasseli aufgestellt, da auch dieser kleine Anlass zu einem relativ grossen roten Punkt in der Rechnung geworden ist.

Mit diesen Veränderungen und Anpassungen reagiert die Kirchenpflege auf die aktuelle Umstände und versucht, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Eine attraktive und lebendige Kirche für Alle ist das Ziel.

(eh)