Stimmiger Kirchenbazar

Margrit und Bruno Wicki aus Teufenthal hatten 2003 ihr gesamtes Hab und Gut verkauft, die heimischen Wurzeln abgebrochen und zogen nach Ostafrika, um aus dem Nichts mit beispielhaftem Einsatz und gegen alle Widerstände ein Minimum an Würde für die Ärmsten dieser Region zu erwirken. Dem Verein gehören inzwischen dreihundert Passiv- und achtundzwanzig Aktivmitglieder, die zeitweise vor Ort mitarbeiten.

(eh) – Hermann Graser, Präsident des Vereins HST Hilfe zur Selbsthilfe, war selbst anwesend um über die verschiedenen Projekte in Mpanga zu berichten. Seine Begeisterung für die Region, welche er selber immer wieder besucht, war äusserst ansteckend und die Kollektenkasse wurde mit Sicherheit grosszügig bedacht. Das Projekt Mumau beinhaltet eine gut durchdachte und selbstentwickelte Wasserversorgung inklusive Leitungen und Kavernen für die Wasserspeicherung. Das Baumaterial für die Häuser und Hütten wird selbst gepresst und in grossen Öfen gebrannt. Das Reisprojekt umfasst die Produktion und Lagerung des Reises in trockenen Hallen, welche eine ganzjährige Versorgung gewährleisten. Das kleine Spital wird für Operationen, Wundversorgungen und Geburten genutzt. Die Kirche wird zusätzlich als Schule und als Ausbildungsplatz für Näherinnen genutzt. Die ausgelernten Näherinnen erhalten als Startschuss in die Selbständigkeit eine Tretnähmaschine aus China und ein grosses Stück Stoff.

Alle, die eine Leistung beziehen, müssen sich minimal an den Kosten beteiligen. Das Projekt wird immer weiterentwickelt und die Menschen werden zu Selbstversorgern. Die einheimischen Mitarbeiter gehören den verschiedensten Ethnien an und das Credo des Vereins ist: „Jeder Mensch, der genug hat zum Leben, wird nicht zum Flüchtling.“

Der morgendliche Bazar-Gottesdienst hatte die kindergerechte Bilderbuchgeschichte vom blinden Bartimäus zum Thema. Am grossen Bildschirm konnte die Geschichte verfolgt werden, die Lieder dazu abgelesen und mitgesungen werden. Als die Kinder zum Spielen und Basteln entlassen worden waren, wurde es für die Erwachsenen tiefgründiger. Gelesen wurde Mk 10,46-52 über den blinden Sohn von Timäus, welcher am Wegrand sass und den Mut hatte, Jesus anzurufen und um Heilung zu bitten und diese dann auch erhielt. Dass die Begriffe Glaube, Hoffnung und Vertrauen auch heute noch grosse Kraft und Wirkung haben, zeigt sich immer wieder in verschiedensten Situationen, in eher simplen wie auch in lebensentscheidenden. 

Umrahmt wurde der Bazar vom Kinderfest, dem Brotstand der Landfrauen, einer Ausstellung des Kreativteams mit Verkauf, einer Schuhputzaktion durch Konfirmanden, einer Tombola, einem feinen Mittagessen aus Currygeschnetzeltem und Reis sowie einem reichhaltigen Dessertbuffet. Einmal mehr ist es den vielen Helfern gelungen, einen stimmigen Anlass rund um Kirche und Kirchgemeindehaus durchzuführen.