Seniorennachmittag zum Thema Skandinavien


(eh)- "Gott ist immer dabei, wenn wir reisen. Aber wer ihn zuhause nicht spürt, muss nicht ins Ausland fahren, um ihn zu finden", begann Hanspeter Schüpfer seinen Vortrag.

Malmö - Stockholm - Haparanda - Kirkenes - Hammerfest - Tromsö - Östersund - Trondheim - Oslo und Göteborg waren Stationen auf der 10'000km langen Reise. "Jeder einzelne Kilometer war schön" erklärt der Redner.

 

Eine wunderbare Abfolge von Bildern über schwedenrote Häuser, himmlische Sonnen-untergänge, spiegelglatte Seen und Wälder die sich auf der Wasseroberfläche fortsetzen, nostalgische bunte Bahnhofsgebäude und üppige Blumenpracht an Wegrändern liessen die Zuhörer alles rundum vergessen und den Anlass entspannt geniessen. Man erlebte hautnahe Begegnungen mit Rentieren auf der Strasse, die sich durch nichts stören lassen. Der Elch hingegen ist ein Verkehrsrowdy. Diesem sollte man besser nicht vor die Hufe fahren, weil diese Begegnungen für beide Teile tragisch enden können. Für Therese war die Bekanntschaft mit einer Bachstelze, welche ihre übersprudelnde Freude verstand und mit einem gemeinsamen Lied teilte, ein ganz besonderer Moment.

 

Dass die Samen teilweise immer noch wie Nomaden leben, im Sommer ihre einfachen, mit Grasmotten und Birkenrinden abgedeckten Holzhütten bewohnen und im Winter, wenn alles zugefroren ist, mit ihren Rentieren auf der Suche nach Futter durch die Landschaft ziehen, liess die Zuhörer staunen.

 

Als besonderen Ort erlebten Schüpfer's den Inarisee im finnischen Lappland. Dieser ist doppelt so gross wie der Bodensee, umfasst 3000 Inseln und friert von November bis Mai vollständig zu. Eine Hungersnot um 1850 liess den gläubigen, auf Gott vertrauenden Teil der Bevölkerung auswandern und sich im 200km weit entfernten norwegischen Bugoynes am Varangerfjord niederlassen. Dort haben die Menschen mit Erfolg eine hierarchiefreie Gemeinschaft gegründet und gelebt. Davon sieht man heute nicht mehr viel. Allerdings spürt man immer noch den Geist und das Gottvertrauen jener Zeit.

 

Am Ende des Vortrags bedankte sich Heinz Schiess beim Ehepaar Schüpfer, das in der Kirchgemeinde grosse Akzeptanz und Dankbarkeit für seine Arbeit erlebt. Schiess bedankte sich ebenfalls bei Margrit Nussbaumer, welche sich nach 21 Jahren Mitarbeit im Seniorenteam zurückzieht. Mit seinem unnachahmlichen Humor und Charme lud der ebenfalls abtretende Kirchenpfleger die Gäste zum Zvieri mit "Stockfischstrudel" ein. Der Stockfisch entpuppte sich zum Glück als Schinken. Er mundete allen und liess bei Etlichen sogar einen Nachschlag zu.

 

"Der Sonntag ist für uns immer der Tag der Besinnung. Da bleiben wir an einem Ort und reisen nicht weiter."

 

"Während der taghellen Nächte der Mitternachtssonne leiden wir jeweils unter Schlafmangel, weil wir einfach vergessen, schlafen zu gehen".

 

"Haben Sie schon mal Elchbohnen  gesehen? Die sind faserig, trocken und haben kaum Kolibakterien. Man könnte sie fast essen."

 

"Wenn der Friedhof mitten im Dorf ist und du nebenan im Café sitzt, hast du deine verstorbene Grossmutter gleich mit am Tisch. Das ist gelebter Glaube!"